Page 24 - EZ-Tools-Trade_03-2020
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Industrie
 Coronakrise
FWI fordert Exit-Strategie
Die Mitglieder des Fachverbands Werkzeugindustrie e.V. haben durch die Coronakrise erheb- liche Auftrags- und Umsatzeinbrüche zu verkraften. Der Verband schließt sich dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. an, das ein Exit-Strategie-Papier vorgelegt hat.
 Am 4. April 2020 hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) mit seinem Policy-Paper 7/2020 eine Analyse der Aus- wirkungen des aktuellen Lockdowns weiter Teile der deutschen Wirtschaft vorgelegt und daraus Vorschläge zu einer schrittwei- sen und fundierten Exit-Strategie abgeleitet. Die Analyse decke sich weitgehend mit den Erkenntnissen, die der Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) aus Rückmeldungen seiner Mitglieds- firmen ermittelt hat. „Alle Firmen verzeichnen aktuell dramati- sche Auftrags- und Umsatzeinbrüche auf ihren Inlands- und den Exportmärkten“, so FWI Geschäftsführer Stefan Horst in einem Rundschreiben. Die Einbrüche seien in erster Linie der verbreite- ten Verunsicherung der Wirtschaft und der privaten Endverbrau- cher über die weitere Entwicklung der aktuellen Einschränkun- gen geschuldet.
Stefan Horst: „Alle Firmen ver- zeichnen aktuell dramatische Auftrags- und Umsatzeinbrüche auf ihren Inlands- und den Exportmärkten.“
All dies ist laut FWI Ausdruck und Ursache der tiefsitzenden Ver- unsicherung aller Wirtschaftsbeteiligten. „Durch die eng getak- teten und optimierten Abläufe – innerhalb unserer Firmen und in den Lieferketten – kommt einer fundierten und abgestimm- ten Strategie für einen geordneten und schrittweisen Ausstieg aus den aktuellen Beschränkungen eine zentrale, wenn nicht sogar überlebenswichtige Bedeutung zu“, so Horst. Die Empfehlungen des IW und anderer Experten bildeten eine gute und begrüßens- werte Grundlage einer solchen Strategie.
 Sofern medizinisch vertretbar, sieht der FWI Prioritäten
• in der Wiederöffnung der Schulen und Kitas,
• in der zumindest schrittweisen Zulassung des Fach- und
Einzelhandels und des Dienstleistungsgewerbes,
• in der Sicherstellung des grenzüberschreitenden Warenver-
kehrs sowie
• in flankierenden industriepolitischen und vertrauensbil-
denden Maßnahmen.
 Es gebe jedoch auch sehr konkrete Ursachen wie
• den Produktionsstopp der Autohersteller, der sich entlang
der Zulieferkette fortsetzt
• die Stilllegung des Fach- und Einzelhandels als wichtigem
Absatzkanal
• den teilweisen Ausfall von Zulieferungen an Material, Bau-
teilen und Maschinen aus dem In- und Ausland
• den Wegfall von Außendienstkontakten
• die Absage von wichtigen Messen
• Produktivitätsverluste z. B. durch erhöhte Vorsichtsmaß-
nahmen in der Fertigung oder den Ausfall von Mitarbei- tern mit Kindern durch die Schließung von Schulen und Kitas.
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Soweit möglich, müsse dabei eine ausreichende Planungssicher- heit für die Unternehmen sichergestellt werden. „Unsere Mitglie- der würden es daher sehr begrüßen, wenn die Bundesregierung das in Abstimmung mit den Bundesländern erarbeitete Konzept belastbar und mit entsprechendem Vorlauf kommunizieren würde, um den Unternehmen sowie ihren Mitarbeitern, Zulie- ferern und Kunden eine gezielte Vorbereitung auf die einzelnen Phasen zu ermöglichen“, so der FWI Geschäftsführer.
Foto: FWI





































































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