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Coronakrise
FVSB meldet Einbußen
Die Ausbreitung des Coronavirus hat zu massiven Einbrüchen der Wirtschaftstätigkeit geführt. Nach einer Branchenumfrage rechnet der Fachverband der Schloss- und Beschlagindustrie e.V. (FVSB) jedenfalls mit deutlichen Umsatzeinbußen.
„Um die Folgen der Corona-Pandemie für die Branche besser beurteilen zu können, haben wir unsere Mitgliedsunterneh- men zu den Auswirkungen auf deren aktuelle Geschäftstätig- keit befragt“, so Holger Koch, stellvertretender Geschäftsfüh- rer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) und betont, dass die Umfrageergebnisse jedoch ausschließlich
Kurzarbeit meist unvermeidlich
Bei zwei Dritteln der Schloss- und Beschlaghersteller werden bereits Arbeitszeitguthaben abgebaut, in über vierzig Prozent der Unternehmen wurde Urlaub angeordnet. Diese Maßnahmen rei- chen aber nicht aus. Jeder vierte Hersteller hat bereits Kurzarbeit eingeführt, weitere sechzig Prozent haben dies konkret geplant.
Die Bandbreite der Kurz- arbeitsdauer spiegelt die große Ungewissheit wider. Sie reicht von vier Wochen bis zu neun Monaten, aber auch beim Umfang ist kein einheitliches Bild zu erkennen. Die vorüber- gehende Schließung von Betriebsteilen kommt nur in Einzelfällen in Betracht,
Ergebnisse der Branchen- umfrage, durchgeführt durch den FVSB
und auch der Personalabbau scheint sich aufgrund der verein- fachten Kurzarbeitsregeln in 85 Prozent der Unternehmen ver- meiden zu lassen. Weniger als ein Viertel der Unternehmen will an seinen bisherigen Investitionsplänen festhalten, in fast jedem zweiten werden sie zurückgestellt. Annähernd dreißig Prozent der befragten Unternehmer gehen von einer reduzierten Investiti- onstätigkeit aus.
Staatliche Hilfsmaßnahmen
Die Unterstützungsmaßnahmen werden von den Befragungsteil- nehmern unterschiedlich bewertet. So erhält die Erleichterung beim Zugang zu Kurzarbeitergeld von fast 75 Prozent Zustim- mung, die Möglichkeit der Steuerstundung halten über siebzig Prozent für hilfreich. Überbrückungskredite und Bürgschaften hält nur jeder vierte für sein
Unternehmen zur Erhöhung der Liquidität für sinnvoll. Eine größere Zustimmung finden Zuschüsse durch Bund und Län- der, diese Hilfen finden bei 37 Prozent der Befragten Zustim- mung. Fotos: FVSB
Holger Koch: „Für den April wird aber seitens der Schloss- und Beschlaghersteller mit deut- lichen Rückschlägen gerechnet.“
Industrie
   für den Baubeschlagbereich gelten. Die Erhebung wurde vom 31. März bis zum 2. April 2020 durchgeführt. Insgesamt haben sich 27 Unternehmen daran beteiligt.
Umsatzrückgänge werden sich verstärken
Im Schloss- und Beschlagbereich berichten aktuell inzwischen 59,3 Prozent der Unternehmen von Umsatzrückgängen, die im Mittel bei rund 20 Prozent liegen. Für einige Hersteller lagen die März-Umsätze noch auf konstantem Niveau bzw. leicht über Plan. „Erklärt wird dies mit möglichen Lageraufstockun- gen beim Handel und den Verarbeitern, um absehbaren Pro- duktionsausfällen entgegenzuwirken. Für den April wird aber seitens der Schloss- und Beschlaghersteller mit deutlichen Rückschlägen gerechnet“, so Koch weiter. Ein Blick auf die Auf- tragseingänge bestätigt das: hier melden bereits zwei von drei Unternehmen Rückgänge in Höhe von durchschnittlich rund 22 Prozent. Jeder neunte Befragungsteilnehmer meldet bereits jetzt Auftragsstornierungen über das übliche Maß hinaus. Allge- mein wird der April als entscheidender Monat für die Stärke des Rückganges angesehen. Gut vierzig Prozent der Mitgliedsunter- nehmen berichten von Produktionsausfällen. Als Grund dafür halten sich fehlendes Personal, beispielsweise aufgrund von „normaler“ Krankheit, Quarantäne, häuslicher Isolation oder fehlender Kinderbetreuung, und bereits heute gestörte Liefer- ketten ungefähr die Waage. Sofern die Lieferketten bisher noch nicht beeinträchtigt sind, reichen die Vorräte nach heutiger Ein- schätzung meist für ein bis zwei Monate.
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