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FDS: Schrauben werden knapp

Antidumpingzölle auf chinesische Verbindungselemente seien dafür verantwortlich, dass die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Schrauben und anderen Verbindungselementen nicht mehr sichergestellt werden könne, schlägt der Fachverband des Schrauben-Großhandels e.V. (FDS) Alarm.

„Hohe Kapazitätsauslastungen, Rohstoffengpässe und weltweite Logistikprobleme haben die internationalen Lieferketten bereits in ein beispielloses Chaos gestürzt, so dass die Großhändler mit Verbindungselementen nicht mehr in der Lage sind, Industrie, Handel und Handwerk in Deutschland rechtzeitig und vollständig mit Verbindungselementen zu versorgen. Unter diesen außergewöhnlichen Umständen würde die Europäische Union den 'perfekten Sturm' heraufbeschwören, wenn sie zusätzliche Zölle auf den Import von Verbindungselementen aus Eisen und Stahl aus der Volksrepublik China erheben würde", sagt Dr. Volker Lederer, 1. Vorsitzender des FDS im Vorfeld der Entscheidung der Europäischen Kommission über die Einführung von vorläufigen Antidumping-Zöllen auf die Einfuhr von Verbindungselementen aus Eisen und Stahl mit Ursprung in der Volksrepublik China.

Bereits am 21. Dezember 2020 hat die Europäische Kommission eine Antidumping-Untersuchung bezüglich der Einfuhren von Verbindungselementen aus Eisen und Stahl aus der Volksrepublik China eingeleitet (AD676). Am Ende des Verfahrens könnten Schutzzölle auf Verbindungselemente verhängt werden, wie es bereits von 2009 bis 2016 der Fall war. Damals brachten Zölle auf chinesische Importe von bis zu 85 Prozent den Handel mit China komplett zum Erliegen. Obwohl die WTO die EU-Maßnahmen 2016 für illegal erklärte, war der Schaden für die heimische Wirtschaft da.

Die EU-Kommission wird in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie im Sommer, also bereits während des laufenden Untersuchungsverfahrens, vorläufige Zölle verhängen wird. Dazu holt sie das Votum der EU-Mitgliedsstaaten, auch der Bundesregierung ein. Doch der Weltmarkt für Verbindungselemente steht derzeit auf dem Kopf. Die Lieferzeiten für Verbindungselemente haben sich seit Anfang des Jahres verdoppelt und sogar verdreifacht und betragen bis zu zwölf Monate. Weder in Asien noch in Europa gibt es Alternativen zu China. In anderen ostasiatischen Märkten wie Taiwan, Thailand oder Vietnam sind bereits die Kapazitäten erschöpft.

„Europa muss jetzt alles tun, um die globale Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft zu sichern und die Versorgung mit unverzichtbaren Vorprodukten wie Verbindungselementen nicht unnötig zu erschweren. Um sich von der Corona-Krise zu erholen und um Ausfälle von Produktionslinien in Europa zu vermeiden, braucht die heimische Wirtschaft die Kapazitäten des gesamten asiatischen Beschaffungsmarktes – einschließlich China. Mit Antidumping-Zöllen würde die EU dem Aufschwung in der EU einen Strich durch die Rechnung machen“, so Dr. Lederer abschließend.

Bildtext Dr. Volker Lederer: „Europa darf jetzt nicht die Versorgung mit unverzichtbaren Vorprodukten unnötig erschweren.“

Foto: FDS