Nordwest mit positiven Geschäftsjahreszahlen

Die Verbundgruppe Nordwest hat die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2019 bekannt gegeben. Demnach das Geschäftsvolumen gegenüber dem Vorjahr um fast zehn Prozent gesteigert werden. Corona fordert Verband heraus, Handelspartner zu stärken.

Nordwest Finanzvorstand Jörg Simon stellte das Zahlenbild der Verbundgruppe vor: Mit einem Geschäftsvolumen von 3,33 Mrd. Euro wurde im vergangenen Geschäftsjahr der Wert aus dem Jahr 2018 noch einmal deutlich um 9,4 % übertroffen. Das Lagergeschäft erzielte mit 173,4 Mio. Euro ebenfalls einen neuen Höchstwert. Damit übertrifft es die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2018 um 6,1 %. Das operative Ergebnis (EBIT) entwickelte sich analog zum Geschäftsvolumen und lag 2019 bei 11,5 Mio. Euro. Die Anzahl der Fachhandelspartner konnte im abgelaufenen Jahr um 39 auf 1.091 gesteigert werden.
Die Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Stahl erzielte mit einem Geschäftsvolumen von 1,23 Mrd. Euro einen weiteren Höchstwert und übertraf den Rekordwert aus dem Vorjahr um nahezu 3 %. Die abgesetzte Tonnage konnte dabei sogar um 9,1 % ggü. dem Vorjahr gesteigert werden. „Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die hohe Nachfrage aufgrund intensiver Bautätigkeiten zurückzuführen“, so Simon. Die 2019 akquirierten Fachhandelspartner sorgten für eine positive Ausweitung des Geschäftsvolumens. Im Geschäftsbereich Bau-Handwerk-Industrie setzte sich die herausragende Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Hier wurde 2019 ein Geschäftsvolumen von 1,16 Mrd. Euro erzielt und damit das Vorjahr um weitere 3,9 % übertroffen.
Der Bereich Bau erreichte dabei ein Geschäftsvolumen von 389,4 Mio. Euro was ein Anstieg von 2 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Bereich Handwerk & Industrie, in dem die gesamten Werkzeuge und Verbindungsmittel subsummiert werden, steigerte das Geschäftsvolumen um 4,9 % gegenüber dem Vorjahreswert auf 771,7 Mio. Euro. Der Bereich profitierte laut Simon von der guten Auftragslage im Handwerk. Mit einem Anstieg von 6,1 % gegenüber dem bereits starken Vorjahreswert erzielt die Exklusivmarke Promat weiteres Wachstum. Der Geschäftsbereich Haustechnik hat im vergangenen Geschäftsjahr den Turnaround geschafft und verzeichnete ein Steigerung des Geschäftsvolumen von 17,4 % auf 214,9 Mio. Euro. Zu dem Wachstum habe insbesondere die positive Entwicklung des Produktfelds Sanitär beigetragen sowie der erfolgreiche Relaunch der Exklusivmarke delphis, die Gründung der Haustechnik- Genossenschaft Hategro und der damit einhergehende Gewinn neuer Fachhandelspartner, aber auch die deutliche Ausweitung der Geschäftsvolumina mit den bestehenden Fachhandelspartnern.
Der durch die Factoring-Aktivitäten der TeamFaktor NW GmbH geprägte Geschäftsbereich TeamFaktor/Services konnte das Volumen im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 32,6 % auf insgesamt 725,5 Mio. Euro steigern. „Das stetige Wachstum der letzten Jahre zeigt, dass die TeamFaktor NW GmbH das Potenzial bei kleinen und mittleren Unternehmen im Segment der kleinvolumigen Rechnungsstrukturen frühzeitig erkannt und sich als Nischenspezialist etabliert hat“, so Finanzvorstand Simon.
Auf der Bilanzpressekonferenz in Dortmund wurden nicht nur die Geschäftszahlen des Jahres 2019 besprochen. Auch die aktuelle Situation, in der sich der Verbund derzeit befindet, wurde in den Fokus gerückt. Wie der Vorstandsvorsitzende Andreas Ridder ausführte, habe die Situation nach der globalen Verbreitung des Corona-Virus „uns allen vor Augen geführt, wie wichtig gegenseitige Solidarität und Unterstützung sind und wie stark unsere Partnerschaft zu unseren Händlern und Lieferanten ist. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Für die Nordwest bedeutet diese Situation, für die Fachhandelspartner ein verlässlicher Partner zu sein. Seit März hat der Verband verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Handelspartner zu stärken und in den außergewöhnlichen Zeiten wie gewohnt zu unterstützen.
„Wir sind uns bewusst, dass dieses Jahr für alle eine große Herausforderung darstellt und dass insbesondere die von uns eingeleiteten unterstützenden Maßnahmen noch länger andauern werden. Dieser Verantwortung stellen wir uns gerne. Wie lange die Krise anhalten wird, welche tiefgreifenden Auswirkungen sie mit sich bringt und ob sich eine weitere Verschlechterung im Zeitablauf ergeben wird, wissen wir nicht“, so Ridder.
Wie Jörg Simon noch einmal hervorhob, waren auch die ersten Monate des Jahres 2020 waren trotz extremer Randbedingungen zufriedenstellend erfolgreich. Der Nordwest-Konzern erreicht zum 31. Mai 2020 ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 3,7 Mio. Euro (-1,5 % ggü. VJ) bei einem Ergebnis nach Ertragsteuern von 2,4 Mio. Euro (-5,7 % ggü. VJ). Die positive Entwicklung des Geschäftsvolumens setzt sich auch im Juni fort. Mit einem Geschäftsvolumen von 1.855,3 Mio. Euro stellt eine Steigerung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 13,7 % dar.