Rückgang bei Rohstahlproduktion

Das Bundeskabinett hat das „Handlungskonzept Stahl – Für eine starke Stahlindustrie in Deutschland und Europa“ beschlossen. Unterdessen meldet die Wirtschaftsvereinigung Stahl einen Rückgang in der Rohstahlproduktion in Deutschland.

Die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rohstahlproduktion in Deutschland sind deutlich sichtbar. Im Juni ist die Rohstahlerzeugung um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen, nachdem es bereits im April und Mai gravierende Rückgänge gegeben hatte. Im zweiten Quartal 2020 hat die Produktion das Niveau des Vorjahres um 26 Prozent unterschritten, nachdem sie bereits im ersten Vierteljahr um 6 Prozent gesunken war. Damit liegt die Stahlerzeugung im ersten Halbjahr 2020 rund 16 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen meldet die Wirtschaftsvereinigung Stahl.
Die Bundesregierung hatte in der letzten Woche das federführend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erarbeitete „Handlungskonzept Stahl – Für eine starke Stahlindustrie in Deutschland und Europa“ beschlossen. In Regierungskreisen wird das Papier als ein politisches Gesamtkonzept für eine langfristig starke, international wettbewerbsfähige und klimaneutrale Stahlindustrie am Standort Deutschland bezeichnet. Stahl soll auch langfristig innerhalb Europas nach den europäischen Umwelt- und Klimaschutzstandards konkurrenzfähig produziert werden. Mit dem Handlungskonzept verfolgt die Bundesregierung das Ziel

  • Chancengleichheit auf dem globalen Stahlmarkt zu schaffen;
  • den Carbon Leakage-Schutz für die Stahl- und andere energieintensive Industrien zu stärken;
  • eine Umstellung auf eine klimafreundliche Stahlproduktion zu ermöglichen und die Chance zu nutzen, Vorreiter innovativer Klimaschutztechnologien zu werden.

Auf der Grundlage des „Handlungskonzept Stahl“ sollen künftig Investitionen in treibhausgasarme /-freie Technologien in der Stahlindustrie unterstützt und die industrielle Nutzung von Wasserstoff vorangebracht werden.