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ZHH: Eintrübung beim Hartwarenhandel

Der fortdauernde Lockdown und Warenengpässe haben im Facheinzelhandel mit Hartwaren im 1. Quartal 2021 mehrheitlich zu Umsatzeinbrüchen geführt.

Zu diesem Ergebnis kommt der Zentralverband Hartwarenhandel e.V. (ZHH), der bereits zum 6. Mal seit Beginn der Covid-19-Pandemie die Stimmungslage im Hartwarenhandel abgefragt hat.

Das erste Quartal 2020 hatte für den Facheinzelhandel mit Schwerpunkten bei Eisenwaren, Sicherheitstechnik, Motorgeräten und Hausrat zufriedenstellend begonnen, erst der Lockdown ab Mitte März und die Unwägbarkeiten der ersten Pandemiephase hatten die Nachfrage teilweise jäh einbrechen lassen. Das erste Quartal 2021 war dagegen von einem fortdauernden Lockdown und je nach Sortimentsschwerpunkt dürftigen Witterungsbedingungen geprägt. Entsprechend berichten 40% der befragten Facheinzelhändler von deutlichen Umsatzrückgängen im Vergleich zum Vorjahr, 20% sogar von Einbrüchen von mehr als 20%. Dagegen konnten aber auch 21% der Befragten Umsatzzuwächse verzeichnen, die auf eine hohe Nachfrage im Heimwerker-Bereich zurückgeführt werden kann. Die übrigen 33% bewegen sich im Bereich von +/-2%. Für das zweite Quartal wird nur mit marginaler Besserung gerechnet. So rechnen 61% der Hartwarenhändler für das 1. Halbjahr mit Umsatzrückgängen. Zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wird auch die Auftragslage in der Werkstatt bzw. mit Dienstleistungen/Montagen tendenziell negativ bewertet: 30% sehen eine schlechtere Auftragslage gegenüber dem Vorjahr und nur 7% eine bessere.

Als problematisch erweisen sich zudem sortimentsübergreifende Lieferengpässe und -verzögerungen sowie Preissteigerungen, die auf Verwerfungen in den internationalen Lieferketten, teilweise massive Rohstoffpreisverteuerungen und eine gesteigerte Nachfrage zurückgeführt werden. 87% der Fachhändler berichten von starken Problemen bei der Warenversorgung, 13% von teilweisen Engpässen. Probleme bei der Warenversorgung treten besonders bei Werkzeugen/Elektrowerkzeugen, elektronischen Schließsystemen, Motorgeräten sowie Ersatzteilen, Akkus, Befestigungstechnik, Elektrogroß- und Elektrokleingeräten auf. Entsprechend zeigen sich auch nur noch 20% der Fachhandelsunternehmen zufrieden mit der Performance ihrer Lieferanten und bereits 27% unzufrieden.

Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen generiert Umsätze mittels E-Commerce, im Durchschnitt 5% des Gesamtumsatzes. Click & Collect, der eigene Onlineshop und Onlineplattformen sind dabei die beliebtesten Mittel. Die Auftragsannahme durch Messengerdienste nimmt ebenfalls kontinuierlich zu. Click & Collect konnte nur 7% der Fachhändler überzeugen, da mit diesem Angebot nicht der normale Geschäftsbetrieb ersetzt werden konnte.

„Die Hartwarenbranche trotzt weiterhin der Pandemie“, resümiert Thomas Dammann, Hauptgeschäftsführer des ZHH, und erläutert: „Der Fachhandel profitiert zwar weiterhin von einer regen Nachfrage im Endkundengeschäft, gerät durch langwierige Flächenschließungen in Folge staatlicher Restriktionen wie auch durch Lieferengpässe aber zunehmend unter Druck. Die Politik ist aufgefordert, Flächenöffnungen und eine Rückkehr zu einer normalen Betriebsführung schnellstens zu ermöglichen, denn die andauernde Wettbewerbsverzerrung im Lockdown gegenüber beispielsweise Lebensmittel- und Drogerieketten ist nicht mehr hinnehmbar und gefährdet hunderte von Existenzen“.

Bildtext: 40% der befragten Facheinzelhändler berichten von deutlichen Umsatzrückgängen im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr.

Grafik: ZHH