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HANDEL
Branchentreff in Herrenberg
AKB – ZHH – FVSB
Mehr als 80 Teilnehmer konnten bei der 62. „Ständigen Konferenz“ am 8. November in Stuttgart-Herrenberg begrüßt werden. Hauptthema der Veranstaltung war die aktuelle Branchenlage, also die Marktdaten aus Industrie und Fachhandel.
Dem Bericht von Holger Koch zufolge sind
mit den sinkenden Bauinvestitionen in diesem Jahr auch die Zahlen im Baubeschlagbereich zurückgegangen. Foto: FVSB
Fachhandel im Minus
AKB-Geschäftsführerin Dorentina Kodralija bot einen Blick auf die Zahlen und Stimmung des Fachhandels. Dieser sieht die Branchenlage zu 65 Prozent schlecht, 30 Prozent sieht die Lage zufriedenstellend und nur fünf Prozent bewertet sie als gut. Händler mit dem Schwerpunkt Fensterbeschlag sehen
zu 90 Prozent die Lage als schlechter
als vor einem Jahr an, zehn Prozent als gleichbleibend. Insgesamt rechnet der Fachhandel mit einem Jahresabschluss 2023 von minus 8,2 Prozent, wobei die Türbeschläge um drei Prozent, Fenster- beschläge um elf Prozent und Möbel- beschläge um vier Prozent zurückgehen. Lediglich die Sicherheitstechnik kann
ein Plus von zwei Prozent verzeichnen. Auch für das laufende Jahr wird kaum Besserung erwartet, lediglich das Minus verringert sich auf minus fünf Prozent. Die Prognose für Türbeschläge liegt bei minus vier Prozent, für Fensterbeschläge bei minus neun Prozent, für Möbelbe- schläge bei minus fünf Prozent. Dafür könnte die Sicherheitstechnik um acht Prozent zulegen. Laut Kodralija ist die Zahlungsmoral der Kundschaft trotz aller Tiefen gleich gut geblieben.
Zu den Themen, die den Fachhandel beschäftigen, gehören vor allem die Preisentwicklung, die Inflation sowie die Energiekosten, die Nachhaltigkeit und der Fachkräftemangel. Weitere Themen sind die Personalkosten (Tariferhöhung), der Direktvertrieb und die explodierenden Zufuhrkosten, wie z.B. die Maut. Damit wurden Probleme angesprochen, die auch auf der nächsten „Ständigen Kon- ferenz“, die am 19. und 20. November in München stattfinden wird, eine gewisse Aktualität haben dürften.
Bei dem jährlich vom Arbeitskreis Baube- schlag (AKB) im Zentralverband Hartwa- renhandel (ZHH) und dem Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) initiierten Treffen an wechselnden Orten kommen traditionell die Industrie und der Fachhandel zusammen – selbst- verständlich unter strikter Einhaltung der kartellrechtlichen Compliance-Regeln.
Industrie ist pessimistisch
Die Konferenz wurde von AKB-Sprecher Oliver Nagel (Seefelder GmbH, Nürtingen) eröffnet – er hat diese Funktion von Mar- tin Meesenburg übernommen, der diese ehrenamtliche Tätigkeit über 20 Jahre aus- übte. Der FVSB-Vorstandsvorsitzende Karl Kristian Woelm gab einen kurzen Einblick in die aktuelle Lage und räumte ein, dass die Industrie pessimistisch auf das nächs- te Jahr schaue und mit weiterhin hohen Kosten für Rohmaterialien und Energie zu kämpfen habe. Für umso wichtiger hält er die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Die Sicht der Schloss- und Beschlagindus- trie schilderte der stellvertretende FVSB- Geschäftsführer Holger Koch. Seinem Bericht zufolge sind mit den sinkenden Bauinvestitionen in diesem Jahr auch die Zahlen im Baubeschlagbereich zurück- gegangen. Die Produktion von Baube- schlägen für Fenster und Türen weist eine anhaltend fallende Tendenz in der Menge auf, der Produktionswert liegt derzeit unter dem Niveau von 2021. Der Grund dafür sei- en teilweise Lagereffekte, so Koch. Von Ja- nuar bis August dieses Jahres schrumpfte die Produktion wertmäßig um 11,6 Prozent und mengenmäßig um 21,3 Prozent. Laut der Prognosen des Bauportals „Heinze“ sinkt dieses Jahr der Fenstermarkt um
7,8 Prozent auf 14,32 Mio. Fenstereinhei- ten (FE) und im nächsten Jahr um weitere 2,4 Prozent auf 13,98 Mio. FE. Auch bei den Außentüren wird mit einem Rückgang im Verkauf gerechnet. Dieses Jahr beträgt das Minus 6,2 Prozent auf 1,273 Mio. Außentüren, und im Jahr 2024 wird von minus 0,9 Prozent auf 1,262 Mio. Außen- türen ausgegangen.
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