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Innovation und Tradition in Symbiose
Interview mit Dorentina Kodralija
„Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern ist von entscheidender Be- deutung, insbesondere angesichts der aktuellen Marktherausforderungen. Der ZHH setzt hier auf die Schaffung von Plattformen und Netzwerken.“
Foto: EZ/Mau
Neben den aktuellen Marktdaten wurden bei der 62. „Ständigen Konferenz“ die Themen Digitalisierung, Branchen-Netzwerken und Nachhaltigkeit diskutiert. Die EZ Eisenwaren-Zeitung sprach darüber mit Dorentina Kodralija, Geschäftsführerin der Arbeitskreise AKB, VdM und BMK im Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH).
EZ: Frau Kodralija, in welcher Weise beeinflusst die fortschrei- tende Digitalisierung die Verbandsarbeit des ZHH?
Dorentina Kodralija: Die Digitalisierung stellt zweifellos eine Schlüsselkomponente für die Zukunft des Verbandswesens im Fachhandel dar. Der ZHH konzentriert sich darauf, seine Mitglieder durch gezielte Aufklärung und ein breites Angebot von Digitalisierungsmaßnahmen zu unterstützen. Sei es durch Schulungen, Ressourcen oder den Austausch bewährter Prak- tiken. Wir sehen die Digitalisierung als Chance, die Effizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitglieder zu stärken. Dieser Themenbereich hat für mich persönlich einen besonders hohen Stellenwert.
Welche Herausforderungen sieht der ZHH derzeit?
Aktuell stehen wir vor verschiedenen Herausforderungen im Fachhandel, darunter sich ändernde Verbraucherpräferenzen, Lieferkettenprobleme und wirtschaftliche Unsicherheiten. Der ZHH setzt auf eine proaktive Herangehensweise, um diese Herausforderungen anzugehen. Das beinhaltet die Unterstüt- zung von Innovationen, die Förderung der Effizienz von Unter- nehmensabläufen und Dienstleistungen sowie die Vertretung der Interessen unserer Mitglieder auf politischer sowie recht- licher Ebene, um optimale Rahmenbedingungen zu schaffen.
Wie plant der ZHH, die Zusammenarbeit zwischen den Mitglie- dern zu stärken und den Erfahrungsaustausch zu fördern?
Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern ist von ent- scheidender Bedeutung, insbesondere angesichts der aktuellen Marktherausforderungen. Der ZHH setzt auf die Schaffung von Plattformen und Netzwerken, die den Erfahrungsaustausch för- dern. Dies kann durch Veranstaltungen, Workshops und digitale Plattformen erfolgen, auf denen Mitglieder ihr Wissen teilen und voneinander lernen können. Gemeinsame Herausforderun- gen erfordern gemeinsame Lösungen, und der ZHH ist bestrebt, diese Zusammenarbeit zu stärken. Als ein Beispiel dient hierbei die besonders erfolgreiche „Ständige Konferenz“, die im Novem- ber in Stuttgart-Herrenberg stattgefunden hat. Diese bestätigte unsere Erwartungen voll und ganz. Mit einer Teilnehmerzahl von über 80 Personen war das Interesse an der Konferenz so groß wie selten zuvor. Das übergeordnete Thema der Nachhal- tigkeit, insbesondere im Bereich Mitarbeiterbindung und -ge- winnung, ermöglichte den Teilnehmern faszinierende Einblicke, präsentiert von der Digitalschaft GmbH aus Düsseldorf. Der Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit vier Experten der Digitalschaft, bei der das Publikum aktiv einbezogen wurde und dies mit reger Teilnahme begrüßte, wie im Nachhinein deutlich wurde. Die wertvolle Zeit für Gespräche während der Konferenz wurde äußerst geschätzt und intensiv genutzt, was erneut unterstreicht, wie wichtig Networking in diesem Kontext ist.
Wie hat der Fachhandel die Konferenz wahrgenommen?
Aktuell sieht sich die Branche nicht nur einem einzelnen Problem gegenüber, sondern muss sich mit verschiedenen Baustellen gleichzeitig auseinandersetzen. Insbesondere be- reiten vielen Fachhändlern die aktuellen Preisentwicklungen, der Fachkräftemangel sowie der erschwerende Einfluss durch aufkommenden Direktvertrieb Sorgen. Die vergangenen Jahre waren zweifellos von Ausnahmezuständen geprägt, die den ein oder anderen in ungewöhnliche Situationen getrieben haben. Trotzdem appelliert der Fachhandel weiterhin an eine partner- schaftliche Zusammenarbeit, die auf Vertrauen basiert – ein Grundprinzip, das die Branche über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. In Zeiten wie heute, in denen Kompetenz, Service und Dienstleistung maßgeblich das Kaufverhalten beeinflussen, ist eine Reduzierung von Partnerschaften zwischen Industrie und Fachhandel für viele unserer Mitgliedsunternehmen undenkbar. Der Fachhandel legt großen Wert auf effiziente Lösungsansätze und eine Betrachtung aus neuen Perspektiven, die innovative Zusammenarbeit erleichtert und erfolgreich gestaltet. Mein persönlicher Anspruch ist es, Innovation und Tradition in einer Symbiose stattfinden zu lassen. Diese Vision fand in vielen Aspekten der inhaltlichen Gestaltung der Konferenz Ausdruck, wie aus dem Feedback der Teilnehmenden hervorgeht.
HANDEL
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