BME: Produktion steigt, Lieferengpässe auch

Die deutsche Industrie ist zu Beginn des vierten Quartals 2026 weiter gewachsen und verzeichnete ein deutliches Plus bei der Produktion, das an die starken Zuwächse des dritten Quartals anknüpfte. Das meldet der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME).

Der gemeinsam mit dem BME erstellte S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) verbesserte sich im Oktober auf 54,2 Punkte nach 53,9 Punkten im September und lag damit erneut komfortabel über der Schwelle von 50,0 Punkten, die Wachstum markiert. Der Index notierte damit auf dem zweithöchsten Wert seit knapp viereinhalb Jahren.

Die Daten des aktuellen Einkaufsmanagerindex zeigen allerdings auch gegensätzliche Entwicklungen in den drei Hauptbereichen der Industrie auf. Während sich das Produktionswachstum im Investitionsgütersektor beschleunigte und den höchsten Stand seit Juli 2021 aufwies, verzeichneten die Hersteller von Vorleistungsgütern geringere Zuwächse. Im Konsumgüterbereich wurde sogar ein Rückgang der Produktion beobachtet.

Der anhaltende Aufschwung wurde vor allem von einer steigenden Anzahl an Neuaufträgen unterstützt. Die Befragten begründetet die Entwicklung mit höheren staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie mit gestiegenen Exportumsätzen. Belebt wurde die Nachfrage den Angaben zufolge vor allem durch Aufträge aus Asien, Nordamerika und Teilen Europas.

Die Lieferengpässe haben zu Beginn des vierten Quartals weiter zugenommen. Jeder fünfte Umfrageteilnehmende meldete eine Verlängerung der Vorlaufzeiten. Begründet wurde die Entwicklung mit Logistikproblemen und mangelnder Verfügbarkeit bestimmter Produkte, insbesondere elektronischer Bauteile.

Die Kosteninflation hat sich zu Beginn des vierten Quartals weiter beschleunigt. Der Einkaufspreise-Index stieg den zweiten Monat in Folge stark an und kletterte auf den höchsten Stand seit Mai, womit er weiter über seinem Langzeitmittel notierte. Die Mehrheit der Umfragebeteiligten nannte als Gründe dafür die gestiegenen Kosten für Kraftstoffe, Transporte und energieintensive Produkte sowie hohe Preise für Elektronikbauteile.

Bildtext Trotz sehr guter Lieferketten in Europa sind die Gefahren von Lieferengpässen, speziell bei elektronischen Bauteilen, ziemlich hoch.

Foto: Dachser