Kärcher und Stihl starten Akku-Allianz

Der Motorgerätehersteller Stihl und Kärcher, Marktführer im Produktbereich Hochdruckreiniger, haben den Startschuss für ihre gemeinsame Akku-Allianz gegeben. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Kärcher-Standort in Winnenden verkündeten die jeweiligen Vorstandsvorsitzenden beider Unternehmen die strategische Partnerschaft.

Kaum zehn Kilometer Wegstrecke liegen heute zwischen den Stammsitzen der beiden Unternehmen. Es ging sogar auch schon noch näher: Als der Ingenieur Alfred Kärcher 1935 in Stuttgart-Bad Cannstatt mit seiner Werkstatt für Heiztechnik startete, war Andreas Stihl mit seinem 1926 gegründeten kleinen Unternehmen in 300 Meter Entfernung fast direkter Nachbar. Beide Unternehmen entwickelten sich in der Folge zu Weltmarktführern, Kärcher vom Standort Winnenden aus und Stihl aus Waiblingen. „Das Verhältnis war in den letzten Jahren zeitweise angespannter, als es jetzt der Fall ist“, räumt der Stihl- Vorstandsvorsitzende Michael Traub ein. Ein Grund: Stihl nahm vor Jahren Hochdruckreiniger ins Sortiment auf und „wilderte“ somit im angestammten Kernbereich von Kärcher. Die „Gelben“ reagierten und erweiterten ihr Programm um Laubbläser.

Ziel der neuen strategischen Akku-Allianz ist es nun, professionellen Anwendern einen gemeinsamen, leistungsstarken und zukunftssicheren Akkustandard zu bieten. Kernstück der Allianz ist das von Stihl entwickelte Allpro-Akkusystem, das künftig in den Profi-Geräten beider Marken zum Einsatz kommt. Eigenen Angaben zufolge hat Stihl in den vergangenen Jahren einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in die neue Akku-Generation Allpro investiert. Für die Adaption seiner Geräte an das Stihl-Akkusystem hat Kärcher bisher gut 10 Mio. Euro ausgeben müssen.

„Professionelle Anwender brauchen nicht nur leistungsfähige Geräte. Sie benötigen Systeme, die viele Aufgaben abdecken, Komplexität reduzieren und Investitionen langfristig nutzbar machen“, sagte Michael Traub. Und Hartmut Jenner, Vorstandsvorsitzende von Kärcher ergänzte: „Durch das Zusammenspiel unserer Geräte schaffen wir weit mehr als nur eine technische Lösung: Wir treiben die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran und sichern unseren Kunden so einen entscheidenden Vorsprung.“

Die neuen Akkus sind im Stihl Fachhandel ab dem 1. August 2026 erhältlich. Bei Kärcher erfolgt der Marktstart für die neuen Akkus und die neuen Geräte zum 1. Januar 2027. Ab dann haben Anwender aus den Segmenten Forst, Garten und Landschaftsbau, der Baubranche, des Facility Management oder auch Hilfsorganisationen Zugriff auf ein System von mehr als 120 Geräten, die mit den gleichen Akkupacks angetrieben werden.

Bildtext Michael Traub (li.) und Hartmut Jenner bei der Verkündung der neuen strategischen Akku-Allianz

Foto: EZ/Mau