Deutschland: Keine Erholung der Stahlnachfrage
Die weltweite Stahlnachfrage stabilisiert sich und dürfte im kommenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Allerdings bleibe Deutschland deutlich hinter dieser internationalen Entwicklung zurück, berichtet die Wirtschaftsvereinigung Stahl.
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hat Ergebnisse des aktuellen „Short Range Outlook“ des Weltstahlverbands Worldsteel veröffentlicht. Demnach wird für 2026 weltweit eine nahezu unveränderte Stahlnachfrage von rund 1,72 Mrd. Tonnen (-0,1 Prozent) erwartet. 2027 soll sie um 1,7 Prozent steigen. Außerhalb Chinas wird sogar mit einem Wachstum um 4,0 Prozent gerechnet.
Besonders auffällig ist die zunehmende Verschiebung der Stahlnachfrage zwischen den Weltregionen. Während die Nachfrage in China 2026 um zwei Prozent und 2027 um ein weiteres Prozent zurückgehen dürfte, setzt Indien seinen Wachstumskurs mit jeweils rund acht Prozent fort. Auch in den Industrieländern zeichnet sich erstmals seit 2021 wieder eine Erholung ab. Für 2027 wird hier ein Nachfrageplus von 2,2 Prozent erwartet.
Für Deutschland zeichnet Worldsteel auf den ersten Blick ebenfalls ein positives Bild: Nach 29,2 Mio. Tonnen 2025 soll die Stahlnachfrage 2026 um 3,8 Prozent auf 30,3 Mio. Tonnen und 2027 um weitere 6,0 Prozent auf 32,1 Mio. Tonnen steigen. Doch die vermeintlich starken Wachstumsraten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nachfrage von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend wächst. Im weltweiten Ranking der größten Stahlnachfrageländer wird Deutschland 2027 voraussichtlich nur noch auf Platz acht liegen. Zum Vergleich: 2017 belegte Deutschland noch Platz sechs.
Bildtext Für 2026 wird weltweit eine nahezu unveränderte Stahlnachfrage von rund 1,72 Mrd. Tonnen erwartet.
Foto: Worldsteel

